Frage des Monats vom März 2012
? Eine neurochirurgische OP ist für manche Menschen mit Epilepsie eine Möglichkeit ihre Anfälle zu überwinden.

Welcher Personenkreis kommt für eine OP infrage und wie sind die Erfolgsaussichten?
Prof. Dr. Felix Rosenow, Leiter Epilepsiezentrum Hessen,
Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Dr. Felix Rosenow Die Indikation zu einer prächirurgischen Diagnostik besteht immer dann, wenn eine Epilepsie vorliegt, die nicht ausreichend auf Antiepileptika anspricht.
Alle Patienten die nach dem angemessenen Einsatz von 2 Antiepileptika nicht anfallsfrei bleiben, gehören definitionsgemäß in diese Gruppe und sollten an ein Epilepsiezentrum, eine Epilepsieambulanz oder eine Schwerpunktpraxis überwiesen werden.

Im Rahmen der prächirurgischen Diagnostik wird dann ein speziell angepasstes Epilepsie-Kernspintomogramm (MRT) und ein Video-EEG-Monitoring durchgeführt um Anfälle aufzuzeichnen. Hierbei wird festgestellt, was für eine Epilepsie genau vorliegt, von welcher Stelle die Anfälle ausgehen, ob eine Hirnläsion zugrunde liegt oder nicht.

Am Ende dieser etwa ein- bis zweiwöchigen Untersuchung können die Ärzte in der Regel recht gut angeben, ob eine OP möglich und sinnvoll ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Anfallsfreiheit ist und wie hoch die Risiken sind, dass neue Defizite, z.B. des Gedächtnisses oder der Gesichtsfelder auftreten. Etwa 30-50% der Patienten, die eine solche Diagnostik durchlaufen werden am Ende auch operiert und von diesen werden zwischen 30 und 80%, im Durchschnitt etwa 50%, anfallsfrei. Besonders günstig sind die Chancen, wenn eine rechtsseitige Schläfenlappenepilepsie vorliegt.

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