Frage des Monats vom März 2015
? Die Mutter eines an Epilepsie erkrankten Kindes möchte wissen, worin unterscheiden sich Absencen von einfach fokalen Anfällen?

Bernhard Brunst Bernhard Brunst
Epilepsiefachberater
Absencen und die einfach fokalen Anfälle haben gemeinsam, dass sie häufig nicht als epileptische Anfälle erkannt werden. Unter den Absencen versteht man kurze (Sekunden) Bewusstseinspausen, die plötzlich beginnen und abrupt enden. Die Betroffenen verharren kurzzeitig in ihren Bewegungen, die Augen blicken starr geradeaus, das Gesicht wirkt ausdruckslos. Nach dem Anfall setzen sie die unterbrochene Tätigkeit fort. Eine Erinnerung an das Anfallsgeschehen fehlt. Diese Form der Anfälle wurde im Struwwelpeter "Hans guck in die Luft" ganz gut beschrieben.

Einfach fokale Anfälle haben ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild, je nach dem welche Hirnregion am Anfallsgeschehen beteiligt ist. Man unterscheidet die Anfälle nach dem Ursprungsort und der Erscheinungsform: Einfach-fokale Anfälle mit motorischen Symptomen, fokal-tonische Anfälle, hypermotorische Anfälle, einfach-fokale Anfälle mit sensiblen Symptomen und den sensorischen Anfall. Die einfach-fokalen Anfälle werden bei Bewusstsein erlebt und die Betroffenen können i.d.R. auf das Geschehen reagieren. Dennoch sollte während des Anfallsgeschehens eine besondere Aufsicht vorhanden sein. Insbesondere wenn das Sprachzentrum betroffen ist und somit Fragen zur Orientierung nicht gewissenhaft beantwortet werden können.

Weitere Informationen siehe: Stiftung Michael, Epilepsien bei Schulkindern, Ritva
A. Sälke-Kellermann, Band IV

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