Frage des Monats vom Mai 2013
? Sport und Epilepsie sind ein wichtiges Thema jetzt im Frühling. Oft hört man im Praxis- und Kliniksallatg die Frage, was man denn ausser Medikamenten noch sinnvolles tun kann, um gesund zu bleiben. Da kommt dann häufig die Frage, ob man mit Epilepsie Sport treiben darf oder kann.
Dr.med. Sebastian von Stuckrad-Barre Dr.med. Sebastian von Stuckrad-Barre
Facharzt für Neurologie
Deutsche Klinik für Diagnostik Wiesbaden
Sport und Bewegung sind die wichtigste "Medizin" nicht nur für Menschen mit Epilepsie. Neben den günstigen Effekten auf Körper und Geist ist auch das soziale (Erfolgs-) Erlebnis gerade bei chronisch Kranken ein wichtiger Punkt. Doch auch hier gilt, dass die "Dosis" bzw. die Sportart und der Leistungsanspruch entscheidend für den Erfolg sind. Nahezu alle Körperfunktionen wie Herz-Kreislaufsystem, Atmung, Konzentration, mentale Stärke und die Immunabwehr können durch regelmäßigen Sport gestärkt werden. Ob Sport einen günstigen Einfluss auf die Epilepsie haben kann, wird von Fachleuten unterschiedlich bewertet. Unbestritten ist, dass moderater Ausdauersport an der unteren Belastungsgrenze das Körpergefühl, die Psyche aber auch den Verlauf der meisten Epilepsien günstig beeinflussen können.

Bei Epilepsiepatienten kommt dann schnell die Frage: Ist Sport nicht gefährlich?

Wenn man die richtige Sportart aber auch den Belastungs- und Leistungsrahmen richtig wählt, ist Sport im Allgemeinen ungefährlich. Zu den ungefährlichen Sportarten zählt man z. B. Laufen, Tisch-/tennis oder andere Ballspiele. Bei Sportarten wie Schwimmen oder Reiten sind Sicherheitsempfehlungen zu beachten, und Klettern oder Motorsport sind ungeeignet.

Entscheidend ist die Rücksprache mit dem Arzt, der bei Problemen beraten oder auch eine sportmedizinische Mitbeurteilung einholen kann. Der Arzt muss Art und Häufigkeit der Anfälle, zusätzliche Erkrankungen oder Behinderungen und das Risiko der jeweiligen Sportart abwägen. Grundlegend gilt, dass epileptische Anfälle während sportlicher Aktivitäten und hierdurch verursachte Verletzungen sehr selten sind. Wichtig bei der Planung sportlicher Aktivitäten ist neben der Auswahl der Sportart auch die Dosierung der Belastungsintensität.

Besonders wichtig ist, dass Trainer oder Übungsleiter von den Patienten informiert werden, damit sie bei einem Anfall vorbereitet sind, und die entsprechenden richtigen Maßnahmen einleiten können.

Im jetzt beginnenden Frühling kann man also nur raten: Bewegt Euch, aber fragen Sie erst Ihren behandelnden Arzt/Neurologen.

Archiv