Frage des Monats vom November 2017
? Herr G. ist an Epilepsie mit großen, generalisierten Anfällen erkrankt. Er fragte in der Sprechstunde: Was sind eigentlich kleine Anfälle?
Juliane Schulz Bernhard Brunst
Epilepsie-Fachberater
Sprecher NEA Hessen

Bei der Bezeichnung „kleine Anfälle“ handelt es sich um einen Sammelbegriff für alle epileptischen Anfälle, außer großen Anfällen (Grand mal, generalisierte tonisch- klonische Anfälle). In der Regel gelingt es, den Begriff zu vermeiden und zugunsten einer genaueren Beschreibung der einzelnen kleinen Anfälle wie Absencen, Impulsiv-Petit-mal, Jackson Anfällen oder komplex-fokalen (psychomotorischen) Anfällen zu ersetzen.

Unter „Jackson Anfällen“ versteht man fokale epileptische Anfälle bei freiem Be- wusstsein mit halbseitigen Zuckungen, Muskelverspannungen, Taubheitsgefühl oder Krippeln. Diese Reaktionen wandern nacheinander von der Hand zur Schulter oder vom Fuß zur Hälfte oder bereiten sich in umgekehrter Richtung aus. Jackson Anfälle gehören zu den einfach-fokalen Anfällen. Diese Anfallsform hat ihren Namen von dem englischen Neurologen Sir John Hughlings Jackson bekommen, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte.

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